ATIMA – Asia Training Integral Martial Art

Asia Training, 2. Januar 2011 (Kategorie: Allgemein, Artikel)

Asia Training Integral Martial Art


Der aufgeschlossene Kontakt zu anderen Kampfkunst-Stilen eröffnete dem Wing Chun bei Asia Training völlig neue Horizonte und führte letztendlich zur Begründung einer eigenständigen Kampfkunst. Schon zu Beginn hatte Wing Chun bei Asia Training einen eigenen Charakter und entwickelte sich über die Jahre stets weiter. Durch den fortwährenden Dialog mit anderen Stilen ist es jetzt über seine ursprünglichen Grenzen hinaus gewachsen und entfaltet sich zu einer eigenständigen Kampfkunst: ATIMA!


Ihr Kern liegt nicht in der bloßen Kombination verschiedener Stile. Vielmehr geht es darum, die zugrundeliegenden Prinzipien gänzlich zu erfassen und miteinander in Einklang zu bringen. Dies manifestiert sich in der ganzheitlichen Kampfkunst ATIMA.


Entstehung von ATIMA


Wing Chun selbst bezeichnet sich als eine Weiterentwicklung des klassischen Kung Fu mit dem Ziel, schneller effektives Kämpfen zu lernen. Umständliche Bewegungen wurden in kurze, unkomplizierte Abläufe optimiert, die keinerlei spezielle körperlichen Fähigkeiten voraussetzen. Techniken wurden reduziert und vielmehr nur Prinzipien gelehrt. Prinzipien sind jedoch schwer zu vermitteln und zu strukturieren. Lange Zeit wurde Wing Chun nur innerhalb kleiner Kreise weitergegeben. Dort war eine individuelle Förderung der Schüler möglich. Um Wing Chun der breiten Masse zugänglich zu machen wurde vieles vereinheitlicht und die individuelle Förderung einzelner Schüler mit der Entstehung großer Verbände zunehmend verdrängt. Techniken gewannen wieder an Bedeutung und die ursprünglich schnelle Ausbildung wurde auf viele Jahre ausgedehnt.


Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken gründeten Alexander Gröger und Thomas Martin deshalb 2005 unter dem Leitsatz individueller und bestmöglicher Förderung der Schüler ihre eigene Wing Chun Schule. Der Name Asia Training stand, neben der Besinnung auf die Wurzeln des Wing Chun, für die Annäherung verschiedener Kampfkünste vereint unter einem Dach. In den vergangenen Jahren waren davon vier Begegnungen am nachhaltigsten:




Bereits mit Gründung der Schule begann ein sehr inspirierender Austausch mit Scott Baker in den USA. Scott selbst interpretiert das größte Potential von Wing Chun im Inneren, d. h. nach asiatischer Philosophie unter Entfaltung des eigenen Chi. Der Schlüssel dazu liegt nach Scott in der Entspannung des Geistes und des Körpers. Er demonstrierte dies eindrucksvoll bei seinem Besuch bei Asia Training im Sommer 2005. Entspannung als Schlüssel zur vollständigen Entfaltung des Potentials einer Bewegung war seitdem fester Bestandteil des Wing Chun bei Asia Training.


Mit Johannes Wieth konnte Asia Training einen sehr erfolgreichen Brazilian Jiu Jitsu Wettkämpfer bei sich begrüßen. Ziel des BJJ ist es, so schnell wie möglich in eine sehr nahe Distanz zum Gegner zu gelangen. Mit dem Wissen um Hebel- und Würgetechniken lassen sich so selbst körperlich überlegene Gegner bezwingen. Das relativ neue und hoch entwickelte Bodensystem war eine große Bereicherung für Asia Training, da das klassische Wing Chun kein eigenes Bodenprogramm enthält.


Einen neuen Impuls zur Annäherung an die Innere Kampfkunst gab der Besuch von Torsten Kanzmeier im Frühjahr 2009. Torsten ist Begründer der Inneren Kampfkunst Lei Gong Nei Quan, deren Basis das Lösen von Druck und Widerstand bildet. Ein Kernstück stellt dabei die Reflektion von sich selbst auf andere dar. Innere Kampfkunst bedeutet somit auch, sich nach außen zu öffnen. Dadurch lassen sich Räume und Distanzen anders wahrnehmen und können so auch anders erschlossen werden. Diese Räume werden im Wing Chun aufgrund der bedingungslosen Geradlinigkeit jedoch nur teilweise erfasst.


Im Homo Ludens von Alex Kostic werden diese Räume durch freie Bewegung vollständig erschlossen. Im Frühjahr 2010 war Alex zu Besuch bei Asia Training und überzeugte mit seinem innovativen Trainingskonzept und seinem ausgereiften Kampfkunst-System, welches seine Wurzeln in der russischen Kampfkunst Systema hat. Im Homo Ludens steht das spielerische Erforschen der eigenen Möglichkeiten im Vordergrund. Diese Art der Schulung des eigenen Körpers ermöglicht eine intuitive und freie Bewegung innerhalb jeder Situation losgelöst von einschränkenden Techniken. Das Trainingskonzept schlägt darüber hinaus eine Brücke zwischen freier Bewegung im entspannten und gestressten Zustand. Damit lässt sich das eigene Potential auch in bedrohlichen Situationen abrufen.


Die Methodik und die Prinzipien von Homo Ludens und Systema stehen sehr im Einklang mit der Philosophie von Asia Training und inspirierten maßgeblich die Begründung der eigenständigen Kampfkunst ATIMA im Winter 2010.


Julian Willibald, München 02.01.2011




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